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postheadericonRückschau SundMehr am 28.05.10 (Bekleidung)

Waiblinger Stammtisch und Gesprächskreis SundMehr17 SMler trafen sich am 28.05.10 im Gesprächskreis SundMehr um sich darüber zu unterhalten, welche Rolle "Bekleidung" für sie spielt. Bereits bei den ersten Statements kamen hierzu recht unterschiedliche Gesichtspunkte ans Licht.

So tat die Tatsache, zum Gesprächskreis im bürgerlichen Rahmen nicht gerade in vollem SM oder Fetisch-Outfit erscheinen zu können, dem Gefühl, sich in der Szene zu bewegen keinen Abbruch. Im Gegenteil, fand ein Teilnehmer es eher spannend, so die bei SM bevorzugte Rolle der anderen "erspüren" zu müssen – zumal er selbst als erotische Bekleidung den Anzug bevorzugte. Ein Teilnehmer, der sich erst seit kürzerer Zeit in der Szene bewegt, berichtete von seiner Erfahrung, dass die Möglichkeit, in Zivil zu erscheinen, es ihm eher erleichtert hätte, Schwellenängste abzubauen und sich zum Gesprächskreis zu getrauen. Ein Anderer konnte – im Gegensatz – davon berichten, wie er bei seinem ersten Szene-Kontakt einen anderen Stammtisch, in Stoffhose und gemusterten Hemd, schlichtweg keinen Kontakt bekommen habe und daraus den Rückschluss zog: schlichtweg falsch angezogen gewesen zu sein. Umgekehrt wurde von einem Teilnehmer auch von Skrupeln berichtet, die er hatte, als er noch nicht zu seinen sexuellen Neigungen stehen konnte, sogar in bürgerlicher Lederbekleidung herumzulaufen – aus Angst, andere könnten irgendwie erahnen, dass das Material für ihn eine besondere Bedeutung hat. Spannend war für andere wieder, das für nicht Eingeweihte unsichtbare "darunter" oder eben "nicht darunter".

Beim Ausleben der Sexualität im intimen Rahmen war es für die meisten Besucher unerheblich, wie sie gekleidet sind – eine Session im Nachthemd sei genauso denkbar, wie im Lack-Leder-Latex Outfit. Dennoch erleichterte es einigen, z.B. auch beim Switch zwischen dem alltäglichen Ausräumen der Spülmaschine und dem Start der Session, in die entsprechende "Rolle" zu schlüpfen, wenn die jeweilige Bekleidung dazu kommt. Ein Teilnehmer meinte, es erinnere ihn, an eine seiner anderen Leidenschaften: das Theaterspielen. Auch beim SM nehme er sich die Möglichkeit, in eine andere Rolle zu schlüpfen, wobei für manche der Anwesenden dazu schon das Tragen eines Halsbandes oder anderer Accessoires ausreichend war.

Dresscodes bei Partys wurden allerdings allgemein akzeptiert, weil klar war, dass das Erscheinungsbild der anwesenden Gäste wesentlich zur Atmosphäre beiträgt. Auf Partys zu spielen war für eine Teilnehmerin dann eher möglich, wenn die Stimmung auch bei den Zuschauern zu erspüren ist – wozu eine "Schlabberhose" und "Hawaii-Hemd" dem ganzen eher abträglich sei, was sie schon einmal vom Spiel abgehalten habe. Obgleich auch das Erscheinungsbild eines klassischen, aber hellen, bis naturfarbenen Anzuges aus der Jahrhundertwende die Umsetzung eines SM-Szenarios, als reicher Plantagenbesitzer aus den Südstaaten, der Herr über mehrere Sklaven ist (Phantasien müssen ja nicht immer politisch korrekt sein), markieren kann.

Überhaupt wurde auch durch einen Bericht über den Besuch der Boundcon die SMige Einheitsfarbe "Schwarz" in Frage gestellt, weil auch bunte Outfits durchaus SMig und äußerst ästhetisch sein können – angefangen bei der kompletten Tier-Verkleidung beim Petplay bis auch zum bunten Paradiesvogel-Erscheinungsbild. Schwarz ließe sich jedoch aus der Farbenlehre, als stellvertretende Farbgebung für alles dunkle, Mystische und geheimnisvolle erklären. Als Zwang zur Uniformität sollte dies dann allerdings nicht betrachtet werden.

An dieser Stelle unterschied einer der eher submissiv interessierten Teilnehmer, zwischen der Bekleidung, die er an seiner Partnerin erotisch empfindet – die dann sehr wohl sich im eher klassisch dunklen Bereich bewegt – gegenüber der Bekleidung, die er an sich als erotisch empfindet. Bei letzterer war es dann eher egal, welche Farbe usw.. weil für ihn das Gefühl im Vordergrund steht, gezwungen, hilflos usw. zu sein. Bezüglich der Partnerin ergab sich für ihn dann aber die Einschränkung, dass deren Outfit, wenn auch wichtige, jedoch tragischerweise nur sehr kurzzeitig Relevanz hat – weil er zudem bei Sessions gerne die Augen verbunden bekommt.

Abschließend kam aus der Runde noch die Idee für eine Session: als Bestrafung die submissive Partnerin im Hawaii-Hemd und in kurzer Hose durch die Fußgängerzone zu führen – und sofern der Erfolg des Disziplinierungsversuchs ausbleibt, diesen dadurch zu steigern, dass der dominante Partner die Partnerin erneut durch die Fußgängerzone führt, dann jedoch selbst in Hawaii-Hemd und Bermuda.

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