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Rückschau: SundMehr am 26.09.2008

15 BesucherInnen des Gesprächskreises SundMehr trafen sich am Freitag, den 26.09.2008 um sich über das Thema SM und Spiritualität / Christsein auseinander zu setzen, wiewohl der Großteil sich über beide Themen noch kaum Gedanken gemacht und mit der Kirche nichts am Hut hatte, wie sich bei der Vorstellungsrunde herausstellte.

Entsprechend fiel die Definition des Begriffes Spiritualität sehr unterschiedlich aus. Während für die Einen die Atmosphäre bei einer Session darunter fiel und somit in die Nähe des Begriffes Romantik rückte, war für Andere schon der Glaube an eine sinnstiftende höhere Realität relevant – egal ob dabei an eine höhere Macht oder an (einen) Gott Gedacht wurde.

Beim Thema Christsein wurde dies dann eher verwechselt mit der Kirche oder es wurde versucht zu definieren, inwiefern uns zweitausend Jahre Christentum allgemeint geprägt hat und die letztlich daraus resultierende Moral zu Schwierigkeiten beim Umgang mit der eigenen Sexualität führt. Da eine zweitausend jährige Verwurzelungen unserer Kultur sich nicht nur auf den Umgang mit der Sexualität, sondern letztlich auf alle Strömungen in der Gesellschaft – egal ob sich diese dann vom Christentum entfernten – ausgewirkt haben dürfte, wurde dieser Argumentationsstrang zurückgestellt, damit die Teilnehmer die Möglichkeit hatten, eher von sich und ihren heutigen Erfahrungen zu sprechen.

Recht unterschiedliche waren darunter; von massiven Schwierigkeiten SM und christlichen Glauben unter einen Hut zu bekommen und vom erfolglosen Versuch den einen oder anderen Pol aus dem Leben zu entfernen, aber auch gegenteiliges, von Leuten, die als bekennende Christen nie Skrupel gehabt hatten, mit ihrer sadomasochistischen Neigung – dagegen habe sie eher Skrupel auf dem Hintergrund der Frauenbewegung gehabt, berichtete eine Teilnehmerin, als Heranwachsende davon zu träumen, sich einem Mann zu unterwerfen.

Eine andere Teilnehmerin berichtete von einer Lebenskrise, die sie erst dazu brachte, sich ihre SM-Bedürfnisse einzugestehen und sich so von einer ganz anderen Seite kennen zu lernen – was sie dann dazu brachte, nach dem Sinn zu fragen und zur Überzeugung brachte, dass es da einen Gott gibt, obwohl sie aufgrund ihrer Sozialisation – und nach wie vor – mit Kirche nichts zu tun habe.

Die Frage, ob und was ein Christ darf und was nicht, wurde dadurch nicht erörtert. Auch die Diskussion in wiefern sich in der Unterwerfung / Submission unter den Partner sich, für diejenigen die an Gott glauben, eine religiöse Hingabe widerspiegeln kann oder darf.

Kurz vor Beginn des (noch) gemütlicheren Teiles, brachte eine Teilnehmerin wertvoller Weise die Kardinalsfrage in ihrem Statement auf den Tisch, in dem sie fand, dass es sich eigentlich für sie um zwei unterschiedliche Themen handle. Ihre Spiritualität und ihr Leben seien eigentlich zwei vollkommen getrennte Schuhe.

Letztlich spiegelt sich darin wieder, wie oft wir selbst dem Anspruch nicht gerecht werden, den wir der Kirche vor halten: dass Glaube nicht mit Leben gefüllt wird, und beides getrennte Welten bleiben.

Dass sich in einem SM-Gesprächskreis kein Teilnehmer findet, der aufgrund seines Glaubens seine sexuellen Neigungen losgeworden ist, liegt auf der Hand. Aber auch das gegenteilige Beispiel war in der großen Runde nicht vorhanden: jemand der aufgrund seiner Neigung sich von Glaube und Kirche getrennt hat. Schade, denn dieser hätte hier vielleicht lernen können, dass beides keinen grundsätzlichen Gegensatz darstellen muss.

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